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Der Keramik-Brennofen in Bokenrode
wurde im Juni/Juli 2007 von Hans Geß,
Burkhard Beller und Hilfskräften der Jugendwerkstatt der Kreisvolkshochschule
Holzminden erbaut.
Er folgt in seiner Konstruktion den Vorbildern, wie sie in unserer Region im
späten Mittelalter (12.-15. Jh.) in Gebrauch waren. Er ist jedoch keine direkte
Kopie eines bestimmten Ofens.
Am ehesten besteht eine Ähnlichkeit mit einem Keramik-Brennofen aus dem
Habichtswald, dessen Relikte heute im westfälischen Industriemuseum, Ziegelei
Lage zu sehen sind.
Die Besonderheit des dort gezeigten Ofens besteht darin, dass sowohl Boden als
auch Wände aus Ziegelsteinen bestehen, während andere vergleichbare Öfen, z.B.
aus dem Reinhardswald, innen und außen mit Lehm verputzt worden sind.
Charakteristisch für diese „liegenden“ Öfen
ist eine ansteigende Ofensohle im Bereich der Feuerung, sowie im Brennraum.
Die Untergliederung in Feuerung und Brennraum gibt es auch in dem Ofen in
Bokenrode, allerdings ohne ansteigende Ofensohle.
Er trägt außen einen Lehmverputz, verrät
jedoch wenig von seinem modernen Innenleben, welches aus hoch-feuerfesten
Schamottesteinen besteht. Aus brenntechnischen sowie aus Gründen der Sicherheit
ist dem Keramik-Ofen ein Schornstein angefügt. Ein solches, bei
mittelalterlichen Öfen nie nachgewiesenes Bauteil, soll den Brand besser
steuerbar machen und die lange Brennzeit verkürzen.
Im Bokenroder Keramik-Ofen wird
Gebrauchs-Keramik im Temperaturbereich von ca. 1250 Grad gebrannt, d.h. ein
hell klingendes und hart gebranntes Steinzeug.
Etwa dreimal jährlich wird der Ofen von Hans
Geß mit handgeformten unglasierten Stücken sorgfältig während etwa zwei Tagen
„gesetzt“.

Sodann beginnt das Abenteuer eines etwa
20stündigen Brandes.
Alle 4-5 Minuten müssen Tag und Nacht 4-6 Scheite dünnes und gut getrocknetes
Holz nachgelegt werden. Nur so kann die Temperatur im Ofeninnern langsam bis zur
gewünschten “Weißglut“ gebracht werden. In den Nachtstunden werden
Brennschichten eingelegt.
Die Asche, der Rauch, die Hitze des Feuers und der ständige Wechsel der
Brennatmosphäre bilden auf den unglasierten Stücken einen natürlichen
Glasüberzug mit Farbspielen von Orange über Braun, Grau bis Schwarz.
Ist der Brand zu Ende, wird der Ofen mitsamt seinem Brenngut verschlossen und
zugemauert. Erst nach etwa einer Woche ist alles soweit abgekühlt, dass dieTür
geöffnet und die noch warmen Stücke ausgeräumt werden können.
Traditionsweise, Mitte August, wenn das
große Mittelalterfest in Bokenrode mit buntem Markttreiben und Gauklern
stattfindet, wird der eine Woche zuvor gebrannte Ofen geöffnet, ausgeräumt und
die Stücke des Brandes zum Kauf angeboten.
Wir freuen uns über Ihr Interesse!
Vielleicht haben Sie noch Fragen?
Rufen Sie uns einfach an oder besuchen Sie
uns!

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Keramik aus dem Holzofen
Keramik aus dem Elektro-Ofen
Raku-Teeschalen
Ofen im M.A.-Dorf Bokenrode
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